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Bauprojekt: Definition und Spezifika Drucken
Der Begriff „Bauprojekt“ wird im Regelfall synonym zu der Bezeichnung Bauvorhaben verwendet und beschreibt in Abgrenzung zum Begriff des „Bauobjekt“ das über die reine Realisierung des Bauwerks hinausgehende Gesamtvorhaben.
„Nach der DIN 69901 [DIN69901]ist ein Projekt definiert als ein Vorhaben, das im Wesentlichen durch die Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist, wie z.B.
 
·                    Zielvorgaben
·                    zeitliche, finanzielle, personelle und andere Bedingungen
·                    Abgrenzung gegenüber anderen Vorhaben
·                    projektspezifische Organisation“ [Brüssel1995]
 
Als weiterführende - vorrangig aus baufremden Disziplinen stammende - Definitionen des Begriffs „Projekt“ lassen sich nachfolgende Spezifikationen, die im wesentlichen auch für Bauprojekte zutreffend sind, festhalten.

 
·                    Einmaligkeit
·                    Neuartigkeit
·                    Komplexität
·                    Interdisziplinarität
·                    Risiko
·                    Umfang
·                    Bedeutung für das Unternehmen [Köchendorf/Liebchen2000]
 
Projekte in der Bauwirtschaft können dementsprechend als komplexe, risikobehaftete Vorhaben bezeichnet werden, an deren Initiierung, Planung, Steuerung, Durchführung und Überwachung in der Regel eine Vielzahl wechselnder Akteure beteiligt ist. [Leimböck2000] Insbesondere bei der Abwicklung sehr komplexer Bauvorhaben erfordert die notwendige Interdisziplinarität ein Höchstmaß an aufbau- und ablauf­organisatorischen Regelungen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Nach Zusammenstellung des Projektteams unter der Führung eines Projektleiters werden neben einer genauen Festlegung der Projektorganisation auch die erforderlichen Kommunikationswege zwecks aufgabenbezogener Verständigung unter den Beteiligten definiert. Aufgrund der enormen Fehleranfälligkeit beim Austausch von relevanten Informationen und einer grundsätzlichen Schnittstellenproblematik kommt der Kommunikation eine große Bedeutung für die erfolgreiche Abwicklung des Bauvorhabens zu. Diese Eigenschaften verstärken sich äquivalent zum Umfang und dem Grad der Neuartigkeit und Komplexität eines Vorhabens.
Bei der Projektabwicklung in der Bauwirtschaft müssen zudem immer auch die besonderen Bedingungen hinsichtlich der branchentypischen Vertragsarten berücksichtigt werden. Grundsätzlich gelten Bauwerke als Kontraktgut, die zum Zeitpunkt des Vertrags noch keine physische Umsetzung erlangen, sondern lediglich in den Planungsvorgaben und Leistungsbeschreibungen existieren. Erst bei der zukünftigen Umsetzung geht die Produktentwicklung dann in das eigentliche Produkt über. Eine Vielzahl von branchentypischen Problemen resultiert aus dieser Dienstleistungsproduktion, da grundsätzlich auch Änderungen bzw. Komplettierungen des Leistungssolls nach Vertragsschluss möglich bzw. Planungsfehler zu beheben sind, die zwangsläufig zu aufwendigen Korrekturen führen.
 
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